{Test} Im Boxenfieber – der Lindt Chocoladen Club

Wie schon mal erwähnt, bin ich ja milde ausgedrückt Liebhaber der schokoladigen Leckereien. Daher lag es nahe, den Service des Lindt Chocoladen Clubs auszuprobieren. Monatlich wird eine Box voller Lindt Schleckereien zusammengestellt und nach Hause geschickt. Man hat allerdings keinen Einfluss auf den Inhalt der Box. Es sind immer Pralinen dabei, oft auch mit leicht alkoholisiertem Inhalt, Tafeln neuer oder bekannter Schokoladen und saisonbedingt auch Hohlkörper (Weihnachtsmann, Osterhase, Froschkönig…). Wie bei den meisten Boxen kann auch mal etwas dabei sein, was man selbst nicht so mag (bspw. dunkle Schokolade oder alkoholhaltige Pralinen).

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Die Box in attraktivem schokoladenbraun.

Ich habe mir vier Monate lang die Box vom Lindt Chokoladen Club schicken lassen und ich muss sagen, Lindt Schokolade ist schon was Feines! Wusste ich vorher auch schon, aber wann investiert man mal soviel Geld in die teure Schokolade? Für € 24,95 bekommt die monatliche Box. Paketangebote gibt es (bisher) nicht. Im Kleingedruckten findet man dann noch den Hinweis, dass zuzüglich Versandkosten von € 3,95 pro Sendung gezahlt werden müssen, also insgesamt € 28,90  – ein stolzer Preis. Man muss ebenfalls bedenken, dass mindestens zwei Monatsboxen bestellt werden müssen, bevor das Abo (dann aber monatlich) gekündigt werden kann.

Lindt hat eine Art Bonussystem eingeführt. Jeder Box “liegt” ein Bonuspunktaufkleber bei. Diese können in einem Bonusheft gesammelt werden und ab 5 (10, 15) Bonuspunkten gegen Lindt-Prämien (Lindt Nostalgie-Metalldose, Lindt Maitre-Mütze und Bistroschürze, Lindt Schokoladen-Buch) eingetauscht werden. Nun ja, mit diesen Prämien konnte man mich zumindest nicht ködern.

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Chocoladiger Inhalt der Januar-Box.

Macht man sich den Spaß und summiert die unverbindliche Preisempfehlung der Schokoladen, kommt man meist über den Preis der Box hinaus. Rechnet man jedoch die Versandkosten dazu (die bei den anderen Boxen, die ich so getestet habe, immer inkludiert waren), kann man nicht mehr von Schnäppchen sprechen. Genauso gut könnte man € 30 in Lindt Schokolade beim örtlichen gut sortierten Supermarkt investieren, zumal Lindt häufig Preisrabatte auf die Tafeln im Supermarkt selbst schon gewährt.

Mein Fazit für die Box vom Lindt Chocoladen Club: Man erhält zwar eine Auswahl guter Schokolade nach Hause geliefert, allerdings kann man genauso gut seine persönliche Auswahl im örtlichen Supermarkt kaufen. Zum Testen ganz lecker, aber auf Dauer nichts für mich (davon abgesehen, dass die Figur über kurz oder lang auch leidet, selbst wenn man sich noch so fest vor nimmt, einen Teil der Schokolade bei entsprechenden Anlässen zu verschenken).

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Neulich bei den Anonymen Schokoholikern

Dann stimmt es also: Ich habe ein Schokoladenproblem.

Es fing sehr früh bei mir an. Eigentlich, seit ich denken kann, liebe ich diese braune, zart schmelzende Süßigkeit. Vor allem die Adventszeit war als Kind hart für mich, da ich von der Menge an verfügbarem Süßen schier überwältigt war und beispielsweise schon nach dem Aufstehen als erstes ein weiteres Türchen an meinem mit kleinen Schokoladen gefüllten Adventskalender öffnen durfte.

Jetzt, als Erwachsene, fängt es morgens bereits damit an, dass ich mich mit meinem Lieblingsduschgel Chocomania von B*dySh*p unter der Dusche einseife und das volle Aroma mit geschlossenen Augen genieße. Zum Frühstück trinke ich gern einen Schokocappuccino (alternativ kommen 2-3 Teelöffel Kakao auf einen Becher koffeinfreien Instantkaffee und ein ordentlicher Schuss Milch, schmeckt fast genauso gut) und esse ein Brot/Brötchen/Knäckebrot/Toast mit schokoladigem Aufstrich (die Marke ist mir dabei schon egal). Mittags kann es gern ein Pudding mit Schokogeschmack zum Nachtisch sein und nachmittags freue ich mich über einen schokoladigen Kuchen/Keks/Muffin. Abends sind dann alle Dämme gebrochen und sobald ich noch eine Tafel Schokolade finde, wird sie bis auf das letzte Stück aufgegessen (zugegebenermaßen passiert das alles nicht unbedingt an ein und demselben Tag, aber es wäre nicht unmöglich).

Doch das ist, wie ich gestehen muss, noch nicht das ganze Ausmaß meiner Sucht. Wenn ich schlecht gelaunt nur noch Miesepetrichkeiten von mir gebe, schnappt sich mein Mann das Auto und besorgt eine Schokoladigkeit aus dem Supermarkt oder nicht selten aufgrund der fortgeschrittenen Stunde von der nächsten Tankstelle. Eine sichere Methode mich wieder in ein schnurrendes Kätzchen zu verwandeln.

Und als ich letztens eine Schoko-Gesichtsmaske geschenkt bekam, musste ich meinem Mann sogar versichern, dass ich diese nicht einfach in einem schwachen Moment aus der Packung heraus sauge (laut Inhaltsstoffaufzählung besteht die Maske doch tatsächlich nur aus Schokolade). Bisher konnte ich mich beherrschen.

In letzter Zeit nun, und das ist mir nun wirklich unangenehm, kaufe ich mir am Ende eines Lebensmitteleinkaufs im Supermarkt, eine kleine Schokoladenstange. Nur für mich. Und die esse ich ganz allein auf der Heimfahrt. Und entsorge das Papier noch bevor mein Mann es sieht und bemerken könnte, dass ich ihm nichts abgegeben habe. Wie peinlich. Und arm.

Ich hab mich überwunden und folgendes gegoogelt: Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen gibt es sechs Anzeichen für eine Sucht und sobald drei dieser Anzeichen zutreffen, liegt eine Suchterkrankung vor.

1. Starker Wunsch oder Zwang, eine Substanz zu konsumieren oder etwas immer wieder zu tun (ein definitives Ja).

2. Kontrollverlust bezüglich Menge des konsumierten Suchtmittels und dem Zeitpunkt/dem Zeitraum, zu dem das Suchtmittel eingenommen wird (es gibt immer wieder Abende, an denen ich mich nicht zusammenreißen kann).

3. Abstinenzunfähigkeit – der Unfähigkeit auf das Suchtmittel zu verzichten, auch wenn die Sucht bereits gesundheitliche (meine Waage täuscht mittlerweile eine “low battery” vor, sobald ich in ihre Nähe komme) oder soziale Konsequenzen hat (siehe schokoladentherapiewürdige Stimmungsschwankungen ohne Rücksicht auf das soziale Umfeld).

4. Toleranzbildung durch Gewöhnung an das Suchtmittel, wodurch immer größere Mengen konsumiert werden (aus einem Stück Schokolade wird schnell eine Tafel).

5. Entzugserscheinungen von leichten Symptomen wie Schwitzen, Frieren und Zittern bis hin zu starken Gliederschmerzen, Schlafstörungen, Halluzinationen und Kreislaufzusammenbrüchen (der einzige Punkt, den ich bisher noch auszuklammern wage).

6. Rückzug aus dem Sozialleben – das Suchtmittel wird zum Lebensmittelpunkt (ich denke, der kleine Einblick in meinen Schoko-Alltag deckt auch diesen Punkt ab).

Es ist also amtlich: Ich bin Mama, Frau, Mensch – und Schokoholiker.

Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung, sagt man.

PS: Leider werden in meiner Nähe keine Treffen der Anonymen Schokoholiker abgehalten, daher eröffne ich nun offiziell eine Selbsthilfegruppe. Vielleicht gibt es da draussen ja noch andere wie mich…