Weihnachten 1.0

Dieses Jahr ist Weihnachten etwas besonderer als bisher: Wir feiern als Familie zu dritt. Endlich schaffen wir uns unsere eigene Tradition, mit eigenem Weihnachtsessen, eigenem Baum, eigenem Rhythmus. So die romantische Theorie.

Bisher ist das mit dem Dekorieren noch nicht wirklich vorangegangen. Ich lese mit Begeisterung die anderem Blogs, die alle wunderschöne Dekoideen präsentieren und hoffe, mir ein paar davon merken zu können. Für nächstes Jahr oder übernächstes… Einen Baum werden wir wohl auch nicht aufstellen. Einerseits verbringen wir den ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag bei der Schwiegerfamilie und die haben immer einen schönen großen, herrlich duftenden Baum mit echten Kerzen (um es vorwegzunehmen: auch ohne die Reportage von ARD wäre es keine Nordmanntanne). Andererseits finde ich es gemein, Mausemaus all die schönen Dinge zu zeigen, die am Baum hängen, ohne sie danach greifen zu lassen, also gibt es das erst nächstes Jahr (dann vielleicht im Stil von secondlifemamas Baby-Baum).

Ich habe lange überlegt, ob ich Mausemaus extra ein Weihnachtsgeschenk kaufen sollte. Da ich sowieso alles, was ich für sie kaufe, gleich an ihre kundigen Händchen weitergebe und sie sicher vom Rest der Familie reichlich beschenkt werden wird und wir, wie bereits erwähnt, nicht mal einen Baum haben werden wo ein Geschenk drunter liegen könnte und sie das Geschenkpapier letztendlich sowieso interessanter findet, als den Inhalt, gibt es also kein Geschenk. Oder vielleicht doch ein ganz kleines, das in widerstandsfähigerem Backpapier eingeschlagen und mit einer dicken Kordel verschnürt wird… Etwas, das möglichst klingelt, raschelt und quietscht. Habt ihr eine Idee?

Der feine Unterschied

Gestern Abend sind mein Mann und ich Zeugen von was wunderbarem geworden: Unsere Mausemaus hat den “Unterschied” entdeckt. Mausemaus war auf Papas Arm und beide sind irgendwann am Holzregal in der Küche vorbeigekommen. Dort hängt eine Nylonschnur, die sich Mausemaus immer gern angelt und kurz daran nuckelt (könnte ja sein, dass der Geschmack sich geändert hat). Meistens landet die Schnur dann ziemlich schnell auf dem Boden, weil sich die Aufmerksamkeit der Kleinen einem neuen Ding zuwendet.
Gestern Abend war das anders. Mausemaus behielt die Schnur in der linken Hand, während sie mit der rechten Hand ganz langsam über das Holz des Regals strich (unbehandelte Buche), danach ließ sie sich die Nylonschnur durch die Hände gleiten und berührte wieder die Oberfläche des Regals. Und das hat sie bestimmt 20 Mal ganz vertieft wiederholt! Es war echt faszinierend und wieder ein Beispiel dafür, wie ein Baby die Welt für sich entdeckt.

Vielleicht sollten wir Erwachsenen auch ab und zu inne halten und etwas Alltägliches mit allen Sinnen genießen. Manchmal reicht es ja schon unseren Hauptsinn, das Sehen, auszuschalten. Zum Beispiel den Kaffee heute morgen mal mit geschlossenen Augen, Schluck für Schluck genießen, seinen Duft, seinen bitteren Geschmack. Oder wie fühlt sich eigentlich eure Tischoberfläche an (alternativ die eures Smartphones) oder der Stoff eurer Kleidung? Viel Spaß beim Entdecken (wer auf Babyhöhe entdecken will, kann ja mal berichten wie die Couch/der Fußboden/die Tageszeitung schmecken und riechen)!

Ist das etwa mein Kind, das da so stinkt?

Gestern war wieder mal Rückbildungsgymnastik angesagt. Kaum angekommen, verziehen Mausemaus und ich uns in Richtung Wickeltisch, denn die Kleine hat die 30-minütige Autofahrt nicht ungenutzt verstreichen lassen (hab mich schon gewundert, dass sie die ganze Fahrt über wach UND ruhig war), sondern ordentlich was in ihre Windel gedrückt. Mittlerweile klappt der Buchsen-Stopp ja bestens und Mama und Mausemaus sind bald mit von der Partie bei Bauch-Beine-Po für Mütter. Nur damit ihr euch das bildlich vorstellen könnt: Im Kursraum hat jede Mutter den Platz einer Gymnastikmatte zur Verfügung, die an der Wand entlang bereitliegen. Am in den Raum zeigenden Ende der Matten befinden sich während des Kurses Babydecken in allen Farben und Größen, worauf sich jeweils ein Kind unterschiedlicher Form (will heißen Alter, Geschlecht und Hautfarbe) zu Füssen seiner Mutter tummelt. Und während wir da so steppen und kniebeugen und Bauchnabel und Beckenboden anspannen, kommt mir dieser süßlich-saure Geruch in die Nase, sobald ich mich zu meinem Kind beuge. Schon wieder?! Verstohlene Seitenblicke zu den Müttern Links und rechts von mir, ob es ihnen ebenfalls schon die Tränen in die Augen treibt, doch die lächeln nur versonnen ihren Nachwuchs an. Der Geruch wird am stärksten, als wir zur Katzenbuckelrunde in den Vierfüsslerstand gehen und sich meine Nase auf Babyhöhe befindet. Allerdings wundere ich mich, dass mein Kind verhältnismäßig ruhig bleibt. Fester Kursbestandteil ist bei uns beiden zwar immer auch eine Stilleinheit zu unterschiedlichen Zeitpunkten, aber diese hatten wir bereits hinter uns und eine volle Windel wäre normalerweise wieder Anlass für Protestgeblubber. Als der Kurs dann zu Ende ist, fangen plötzlich drei der acht Mütter wie wild an, ihre Kinder auszupacken und direkt auf der Matte zu wickeln. Einen verstohlenen Testriecher an Mausemaus’ Po später, kann ich es mir nicht verkneifen und sage vergnügt zu meiner Tochter: “Nein, das ist ja das Baby der anderen Mama, dass da so stinkt!” und suche zusammen mit ihr schnell das Weite.

Mal im Ernst, findet ihr nicht auch, dass andere Babys immer noch viel schlimmer stinken, als das eigene?