Nachts um 4

Mann und Kind schlafen. Ich nicht. Seit einer Stunde liege ich wach und finde nicht zurück in den Schlaf. Ich erinnere mich an längst vergangene Zeiten stundenlanger Kreativität im Paint Your Style, ob in Berlin oder Wien, an Abende beim Linedance und Tagen im Sessel mit dem neuesten Buch auf dem Schoß. Dann schnappe ich mir mein Smartphone, stelle die dunkelste Beleuchtung ein, die mein Display hergibt und lese endlich mal in Ruhe ein paar Einträge meiner Lieblingsblogs und schreibe gar in ein paar Zeilen meine Gedanken auf.

Quality time 2.0 für ein 16monatige Mama.

Ich denke, nun kann ich auch wieder weiterschlafen. 4:56 – oder doch noch ein paar Blogbeiträge lesen…

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Mittagsschlaf remastered

Habt Ihr mit eurem Wonneproppen auch das Problem, dass mittags nicht an Schlaf zu denken ist oder dieser im 5-Minuten-Takt neu eingewiegt werden muss?

Unsere Kleine jedenfalls schläft mit ihren nun fast sieben Monaten in ihrer Federwiege nachts wunderbar ein und auch ein paar Stunden am Stück. Nur tagsüber ist das mit dem Schlaf so eine Sache. Am besten geht es auf dem Stillkissen mit Mamas Milchnuckel zwischen den Kiefern, dann auch gern mal ein bis zwei Stunden am Stück. Im Kinderwagen klappt es auch schon mal für 45 Minuten oder länger, wohlgemerkt nur, wenn Mama ebenfalls als Lenkerin mit von der Partie ist.

Aber allein schlafend in Bett oder Federwiege? Nein, das mag unsere Prinzessin nicht. Während ich mich in den ersten Lebensmonaten dem Milchschlafbedürfnis der Kleinen gefügt habe, versuchte ich in den letzten Wochen immer wieder, den Mittagsschlaf für eine Mama-trinkt-in-Ruhe-einen-Milchkaffee-und-liest-ein-Buch/Magazin-Pause im Wohnzimmersessel zu nutzen, mit dem Ergebnis, dass ich alle fünf Minuten vom Babyphone an ein nicht mehr tief genug schlafendes Baby erinnert wurde, welches gern nochmals in den Schlaf gewiegt werden wollte. Das zog sich dann über 20 Minuten hin bis die kleine Maus halbwegs ausgeruht hatte und die Mama entmutigt beide Mittagspausen für beendet (um nicht zu sagen, gescheitert) erklärte.

Eines Tages hatte ich dieses Bild vor Augen, ich bilde mir ein, es als Gemälde gesehen zu haben, jedenfalls sah ich vor meinem inneren Auge eine Amme in ihre Handarbeit vertieft neben einer Wiege sitzen. Mir kam der Gedanke, dass es im Zeitalter der Ammen und Kindermädchen wohl so gewesen sein muss: Das Kindermädchen bewachte den heiligen Schlaf ihres Zöglings und nutzte die Zeit der Stille für eine Stickerei oder meinetwegen zum Stopfen kaputter Socken.Und ich dachte mir, dass das vielleicht unsere Lösung ist. Vielleicht kann unsere Maus tags einfach noch nicht allein schlafen…

Seit ein paar Tagen nun setze ich mich mittags gemütlich ins Bett, von wo aus ich bequem die Federwiege unserer Tochter anstupsen kann. Auf dem Nachttisch stehen wahlweise ein heißer Becher Milchkaffee oder Stilltee und ich lese ein paar Seiten in Buch oder Magazin oder schreibe seit Neuestem Entwürfe für diesen Blog. Und siehe da, mit ein paar kleineren Unterbrechungen dauert unsere Mittagspause nun gern eine Stunde und am Ende wacht das Baby vergnügt auf und die Mutter hatte Zeit, ein wenig Menschsein zu tanken.

Habt ihr ähnliche Lösungen für euch gefunden, etwas freie Zeit zu genießen? Es würde mich interessieren, wie ihr es schafft, kurzzeitig neben dem Mutterwesen noch Frau und Mensch zu sein, ohne euren Sprößling an andere Arme weitergeben zu können.

Oh, da versucht jemand meine Aufmerksamkeit aus der Federwiege her zu erringen… die Mittagspause ist wohl beendet. Zeit für eine frische Windel und eine neue Kanne Tee.

Eure entspannte Anja