Perfekt verplant

Ich gebe es zu, ich habe etwas spät mit der Rückbildungsgymnastik angefangen. Aber da ich keine Beschwerden mit meinem Beckenboden oder sonstigen Muskelpartien habe, konnte ich mich und Mausemaus bisher nicht aufraffen. Das hat sich nun geändert. Heute waren wir zum zweiten Mal beim Rückbildungskurs.

Nach dem ersten Besuch letzte Woche hatte ich einen ausgewachsenen Muskelkater in den Beinen. Nicht sehr praktisch, wenn man eine Treppe bis zur Wohnung im Obergeschoss hochstapfen muss und Kind+Kindersitz an die zehn Kilogramm wiegen. Da musste die Kleine dann auch mal auf das beliebte Hoppereita-Spielchen durch die Wohnung verzichten. Hab ich aber auch nicht anders verdient, schließlich habe ich mich seit nem Jahr nicht mehr groß sportlich betätigt (von meinem letzten Ausflug auf dem Fahrrad erzähle ich ein anderes Mal).

Heute ging es dann wieder mit dem Muskelkater. Da wir letzte Woche ein wenig spät zum Kurs kamen, habe ich diesmal alles schon am Vorabend geplant und soweit möglich, gepackt. Ich habe sogar das Morgen-Fläschchen vor der Fahrt exakt getimet an die Mausemaus verfüttert. Da es über Nacht gefroren hatte, war ich froh, extra eine halbe Stunde früher als Abfahrtszeit eingeplant zu haben… Wie kann nun ein sieben Monate altes Kind die gesamte Planung torpedieren? Indem es den Autoschlüssel versteckt? Nein, aber das dauert sicher auch nicht mehr lange. Oder indem es sich wieder komplett entkleidet, während Mama noch schnell Schuhe und Jacke anzieht? Zum Glück wird auch diese Boykott-Massnahme erst später eine Rolle spielen. Die einzige absolut sichere Methode für eine sieben Monate altes Kind, sämtliche Zeitpläne durcheinander zu bringen ist, sich in dem Moment, wenn es im Kindersitz angeschnallt wird, vom steckengebliebenen Bäuerchen zu erleichtern und sich bis auf den Body voll zu spucken (natürlich nicht absichtlich, auch wenn mir der Gedanke kurz kam). Also, Kind in Windeseile umgezogen, zurück in den Kindersitz und zum Auto, das ja noch enteist werden musste. Das nächste Hindernis im perfekten Zeitplan: Die zugefrorene Autotür. Praktischerweise natürlich auf der Seite, wo der Isofix installiert wurde… Mit etwas Kraft und der Hoffnung, dass dem Gummi nichts passiert, ließ sich die Tür irgendwann öffnen. Mit freien Fensterscheiben ging es dann endlich mit 20 Minuten Verspätung los. Achja, ich hatte natürlich vergessen, Frostschutzmittel ins Scheibenwasser zu tun, so dass nun die Leitungen eingefroren waren. Zum Glück schien die Sonne und ich brauchte keine Scheibenwischer auf dem Weg zum Kurs. Ich weiß nicht, wie wir es geschafft haben, aber wir sind doch tatsächlich noch pünktlich zum Kurs gekommen, der diesmal etwas beinschonender ausfiel.

Mal wieder ein Beispiel für “erstens kommt’s anders, und zweitens als man denkt”.
Seid ihr in letzter Zeit in ähnlichen Situationen gewesen?

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Mittagsschlaf remastered

Habt Ihr mit eurem Wonneproppen auch das Problem, dass mittags nicht an Schlaf zu denken ist oder dieser im 5-Minuten-Takt neu eingewiegt werden muss?

Unsere Kleine jedenfalls schläft mit ihren nun fast sieben Monaten in ihrer Federwiege nachts wunderbar ein und auch ein paar Stunden am Stück. Nur tagsüber ist das mit dem Schlaf so eine Sache. Am besten geht es auf dem Stillkissen mit Mamas Milchnuckel zwischen den Kiefern, dann auch gern mal ein bis zwei Stunden am Stück. Im Kinderwagen klappt es auch schon mal für 45 Minuten oder länger, wohlgemerkt nur, wenn Mama ebenfalls als Lenkerin mit von der Partie ist.

Aber allein schlafend in Bett oder Federwiege? Nein, das mag unsere Prinzessin nicht. Während ich mich in den ersten Lebensmonaten dem Milchschlafbedürfnis der Kleinen gefügt habe, versuchte ich in den letzten Wochen immer wieder, den Mittagsschlaf für eine Mama-trinkt-in-Ruhe-einen-Milchkaffee-und-liest-ein-Buch/Magazin-Pause im Wohnzimmersessel zu nutzen, mit dem Ergebnis, dass ich alle fünf Minuten vom Babyphone an ein nicht mehr tief genug schlafendes Baby erinnert wurde, welches gern nochmals in den Schlaf gewiegt werden wollte. Das zog sich dann über 20 Minuten hin bis die kleine Maus halbwegs ausgeruht hatte und die Mama entmutigt beide Mittagspausen für beendet (um nicht zu sagen, gescheitert) erklärte.

Eines Tages hatte ich dieses Bild vor Augen, ich bilde mir ein, es als Gemälde gesehen zu haben, jedenfalls sah ich vor meinem inneren Auge eine Amme in ihre Handarbeit vertieft neben einer Wiege sitzen. Mir kam der Gedanke, dass es im Zeitalter der Ammen und Kindermädchen wohl so gewesen sein muss: Das Kindermädchen bewachte den heiligen Schlaf ihres Zöglings und nutzte die Zeit der Stille für eine Stickerei oder meinetwegen zum Stopfen kaputter Socken.Und ich dachte mir, dass das vielleicht unsere Lösung ist. Vielleicht kann unsere Maus tags einfach noch nicht allein schlafen…

Seit ein paar Tagen nun setze ich mich mittags gemütlich ins Bett, von wo aus ich bequem die Federwiege unserer Tochter anstupsen kann. Auf dem Nachttisch stehen wahlweise ein heißer Becher Milchkaffee oder Stilltee und ich lese ein paar Seiten in Buch oder Magazin oder schreibe seit Neuestem Entwürfe für diesen Blog. Und siehe da, mit ein paar kleineren Unterbrechungen dauert unsere Mittagspause nun gern eine Stunde und am Ende wacht das Baby vergnügt auf und die Mutter hatte Zeit, ein wenig Menschsein zu tanken.

Habt ihr ähnliche Lösungen für euch gefunden, etwas freie Zeit zu genießen? Es würde mich interessieren, wie ihr es schafft, kurzzeitig neben dem Mutterwesen noch Frau und Mensch zu sein, ohne euren Sprößling an andere Arme weitergeben zu können.

Oh, da versucht jemand meine Aufmerksamkeit aus der Federwiege her zu erringen… die Mittagspause ist wohl beendet. Zeit für eine frische Windel und eine neue Kanne Tee.

Eure entspannte Anja