Das große Zahnen hat begonnen

Die erste Zahnungswelle trat schon mit vier Monaten auf. Mausemaus kaute auf allem herum, mit Vorliebe auch auf Mamas Fingern oder Unterarm. Der Speichel floß in Strömen. Meine Mutter unkte bereits, dass sicher die ersten Zähne unterwegs seien. Aber es geschah nichts. Das übermäßige Kauen und Sabbern ließen nach. Der Gaumen blieb glatt und zahnlos.

Um den Jahreswechsel herum setzte das große Sabbern plötzlich wieder ein. Der Unterkiefer war auf Höhe der unteren Schneidezähne leicht erhaben und seit einigen Tagen spielte Mausemaus mit ihrer Zunge ständig an ihrer unteren Kauleiste herum.

Nun auch zu dritt im Zahnbürstenbecher.

Nun auch zu dritt im Zahnbürstenbecher.

Gestern konnte ich plötzlich mit der Fingerspitze einen kleinen Zahn spüren und kurz darauf, mit etwas gut Zureden, auch sehen. Die meisten Babys bekommen statistisch gesehen mit 6-8 Monaten ihren ersten Zahn. Da ist Mausemaus etwas später dran, aber wie bei allen Entwicklungsschritten heißt das ja noch lange nichts. Bin gespannt, wie es an der Zahnfront jetzt weiter geht… Zahn um Zahn oder viele auf ein Mal? Auch wenn Mausemaus mit einem hartnäckigen Schnupfen und zu allem Überfluss noch die letzten Nächte mit Pseudokrupp zu kämpfen hatte, schien ihr der Zahn die wenigsten Probleme zu bereiten. Wie war das denn bei euren Kindern? Hattet ihr schlaflose Zahnungs-Nächte oder waren die Zähne plötzlich da?

Vor allem freue ich mich nun auf die ersten Putzversuche. Auch wenn Mausemaus es immer ganz witzig fand, auf ihrer Zahnbürste herum zu kauen, ließ sie sich in letzter Zeit doch ungern auf ihrer Kauleiste herumtasten. Und dann noch die Zahnpasta dazu. Und das zwei Mal am Tag… Das wird sicher lustig.

Seit 37 Wochen im Team Mausemaus

Fast 9 Monate ist unsere Tochter nun Teil unseres Lebens. Zeit, sich die vielen Veränderungen vor Augen zu führen, die sie seither durchgemacht hat. Natürlich ist sie motorisch viel weiter, als als Neugeborenes und Plappern konnte sie damals auch nicht. Aber was ist aus den Situationen geworden, in denen ich mich als frische Mutter überfordert fühlte?

Essen – In den ersten Lebenswochen brüllte Mausemaus sofort wie am Spieß, wenn sie Hunger hatte. Sie warnte nicht vor, oder so subtil, dass sie noch niemand ernst nahm. Auf den Stationen der Kinderkliniken, die wir in den ersten Wochen “bewohnten” konnte man sie sofort heraushören. Vielleicht dauerte es ihr auch einfach zu lange, bis eine der Schwestern endlich mit der erlösenden Mahlzeit am Bettchen stand. Einen Nuckel nahm sie nicht an und so hatte meist eine der diensthabenden Nachtschwestern die Kleine auf dem Arm, wenn ich zur nächtlichen Still-(bzw. Fläschchen-)Mahlzeit geholt wurde, um dem Geschrei ein Ende zu bereiten. Zuhause dauerte es auch eine ganze Weile, bis wir uns eingespielt haben und das Fläschchen zubereiten bzw. Anlegen des Brusternährungssets zügig von der Hand gingen.
Heute ist sie viel geduldiger. Natürlich lässt sie sich mittlerweile auch für eine Zeit ablenken, bis die Flasche fertig ist oder das Stillkissen richtig positioniert wurde. Ich selbst bin allerdings auch viel entspannter und habe für mich beispielsweise das Stillen im Liegen entdeckt (ist natürlich nicht überall möglich). Dank des Brusternährungssets (welches ich noch bis zum 6. Monat eingesetzt habe) kann ich Mausemaus nachts vollständig und tagsüber ein bis zwei Mal stillen. Und sie liebt es! Die drei Fläschchen sind auch schnell zubereitet, dank CoolTwister oder dem Pflichtrest abgekochten Wassers in Kocher oder Thermoskanne.

Schlafen – Klar, als Neugeborenes schlief Mausemaus mehr als heute. Und tiefer. Tagsüber werden nur noch zwei Schläfchen gehalten. Sollen sie länger als 20 Minuten dauern, muss Mausemaus unter Mamas Decke kriechen und direkten Möpsezugang haben. Abends laufen wir auf Zehenspitzen durch den Flur, wenn Mausemaus ins Bett gebracht wurde. Wobei “Bett” der falsche Begriff ist, da wir seit dem 3. Lebensmonat auf unsere Nonomo Federwiege schwören. Mausemaus hat nicht nur einen leichten, sondern phasenweise auch unruhigen Schlaf und weckte sich oft selbst durch strampeln oder auf den Bauch kullern. In der Wiege gelingt das nicht so ohne weiteres und sie schläft seit dem meist schnell ein. Nachts will sie noch zwei bis drei Mal gestillt werden (das erste Mal i.d.R. erst nach Mitternacht), lässt sich aber überwiegend problemlos wieder zurücklegen (ausgenommen sind Erkältungen oder fremde Schlafzimmer). Ich will noch nicht darüber nachdenken, was nach der Wiege kommt… Noch anderthalb Kilo Körpergewicht mehr und dann? “Rückzug” ins Kinderbett oder XXL-Wiege bis 25kg?

Verdauung – In der Klinik hatte Mausemaus immer Blähungen. Zuhause legte sich das schnell. Mittlerweile glaube ich, dass es gar nicht so sehr ihr Darm war, der sie so schreien ließ, sondern dass sie einfach Körperkontakt suchte und nicht bekam. Zuhause verbrachte sie dann die meiste Zeit an meinem Körper und wir haben seither kein SabSimplex mehr gebraucht. Mittlerweile bekommt sie Beikost und hat eher mit Verstopfung zu tun, so dass ich die Kümmelzäpfchen als Gleitmittel und die Kümmelsalbe zur Bauchmassage einsetze. Und natürlich verstehe ich ihre Körpersprache für ” Bäuerchen” oder Pupsen oder einfach “Windel wechseln” sehr viel besser.

Kinderwagen – Anfangs mochte Mausemaus ihre Kutsche gar nicht, dabei ist Papa doch nochmal extra durch die Secondhand-Läden gewandert, um einen Kinderwagen neueren Datums, als den geliehenen, zu ergattern. Mit allem Zubehör und Buggyfunktion. Ein paar Monate später lernte ich, den Zeitpunkt zum Spaziergang abzupassen, wenn die Kleine müde wurde und ihre Vorliebe, etwas sehen zu müssen (bspw. Bäume, deren Kronen über den Weg reichen und auch im Liegen zu sehen sind) wurde und wird bei der Wahl der Strecke erfolgreich berücksichtigt. Seit ein paar Tagen ist die Kinderwagenschale nun wirklich zu klein und mein Mann hat den Fusssack eingerichtet. In leicht erhöhter Stellung der Rückenlehne kann Mausemaus nun nach Herzenslust die Gegend betrachten und vorbeifahrenden Autos hinterherschauen. Beim Probespaziergang nach Weihnachten schlief sie nach 20 Minuten umherschauen klaglos ein. Als Alternative zum Kinderwagen und letzte Lösung, hat der Bondolino mittlerweile das Tragetuch abgelöst.

Autofahren – Fand die Kleine ausgesprochen schei blöd. Meine Faustregel lautete: pro Stunde Fahrt mussten eine halbe Stunde Still- und Bespaßungspause eingelegt werden. Seit sie groß genug ist, um aus dem Fenster zu schauen, fährt sie viel ruhiger mit. Gleichzeitig versuchen wir, längere Strecken mit einer Schlafphase ihrerseits abzustimmen, um schon mal einen Zeitvorsprung von einer Stunde auf die Gesamtreisedauer zu erhalten. Beim Einkaufen im Ort mit mehrmaligem Ladenwechsel verbunden mit Ein- und Aussteigen und immer-wieder-im-Kindersitz-angeschnallt-werden, stösst Mausemaus allerdings weiterhin an ihre Geduldsgrenzen.

Wenn ich mir das so durchlese, sind wir ein ganzes Stück weit gekommen, die Kleine und ich. Im Lichte meines melancholischen Beitrags der letzten Tage kann ich darauf wohl mal richtig stolz sein.

Der feine Unterschied

Gestern Abend sind mein Mann und ich Zeugen von was wunderbarem geworden: Unsere Mausemaus hat den “Unterschied” entdeckt. Mausemaus war auf Papas Arm und beide sind irgendwann am Holzregal in der Küche vorbeigekommen. Dort hängt eine Nylonschnur, die sich Mausemaus immer gern angelt und kurz daran nuckelt (könnte ja sein, dass der Geschmack sich geändert hat). Meistens landet die Schnur dann ziemlich schnell auf dem Boden, weil sich die Aufmerksamkeit der Kleinen einem neuen Ding zuwendet.
Gestern Abend war das anders. Mausemaus behielt die Schnur in der linken Hand, während sie mit der rechten Hand ganz langsam über das Holz des Regals strich (unbehandelte Buche), danach ließ sie sich die Nylonschnur durch die Hände gleiten und berührte wieder die Oberfläche des Regals. Und das hat sie bestimmt 20 Mal ganz vertieft wiederholt! Es war echt faszinierend und wieder ein Beispiel dafür, wie ein Baby die Welt für sich entdeckt.

Vielleicht sollten wir Erwachsenen auch ab und zu inne halten und etwas Alltägliches mit allen Sinnen genießen. Manchmal reicht es ja schon unseren Hauptsinn, das Sehen, auszuschalten. Zum Beispiel den Kaffee heute morgen mal mit geschlossenen Augen, Schluck für Schluck genießen, seinen Duft, seinen bitteren Geschmack. Oder wie fühlt sich eigentlich eure Tischoberfläche an (alternativ die eures Smartphones) oder der Stoff eurer Kleidung? Viel Spaß beim Entdecken (wer auf Babyhöhe entdecken will, kann ja mal berichten wie die Couch/der Fußboden/die Tageszeitung schmecken und riechen)!