Paranoia einer Mutter

Ich komme gebürtig aus DER Großstadt Deutschlands und habe dort bis vor einigen Jahren gelebt, studiert und mich verliebt. Und als Großstadtpflanze wird man (zumindest geht es mir so) ein wenig misstrauisch seinen Mitmenschen gegenüber. Zum Beispiel würde ich mein Fahrrad nie unangeschlossen irgendwo herumstehen lassen. Und dunkle Gassen waren und sind mir immer noch sehr unheimlich. Das Smartphone bleibt nie im Auto liegen, denn “Gelegenheit macht Diebe”.

Seit ich schwanger und monatespäter Mutter geworden bin, grenzt mein Misstrauen an Paranoia. Ich wohne mittlerweile in einem eher kleinen, konservativen Ort und dennoch, wenn ich beispielsweise nach dem Einkauf im Supermarkt den Einkaufskorb wegbringe und Mausemaus für diese Minute in ihrem Kindersitz im unabgeschlossenen (gibt’s das Wort überhaupt?) Auto wartet, denke ich schon daran, dass ich ja eigentlich Kidnappern (Auto)Tür und Tor öffne (aus dem selben Grund würde ich übrigens niemals die Namen meiner Kinder in Großbuchstaben auf die Heckscheibe kleben). Kinderwagen und Fahrradanhänger tragen wir auch lieber ins Obergeschoss, als diese gut einsehbar im Carport unterzustellen…

Oder ein anderes Beispiel, ich bin selbst Autofahrerin und auch wenn mir nie etwas derartiges passiert ist, hoffe ich beim Spaziergang mit Kinderwagen, dass das entgegenkommende Auto ja in der Spur bleibt und nicht urplötzlich auf den Bürgersteig ausbricht und in uns beide hineinfährt (warum, bitte, sollte es das tun?!).

Achja, und den stofflichen Dingen traue ich auch nicht mehr uneingeschränkt. Letztens ging ich mit Kind und -wagen über eine kleine, hölzerne, zugegebenermaßen stabile Fußgängerbrücke und überlegt dennoch kurz, wie ich es wohl am sinnvollsten anstellen sollte, falls jetzt plötzlich die Brücke zusammenbrechen und uns in das Wasser des Kanals befördern sollte…

Verrückt, oder? Geht es euch anderen Mamas manchmal auch so?

Andere, zukünftige Ängste sind wohl eher normal für eine Mutter, dass Mausemaus nicht mit Drogen zu tun bekommt, nur Menschen kennenlernt, die ihr gut tun und sie auf dem “rechten Weg” bleibt (um mal Rotkäppchen zu zitieren)…

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One thought on “Paranoia einer Mutter

  1. Pingback: (M)Ein Moment der Unachtsam(Gedankenlosig)keit | Mama, Frau und Mensch - Blog

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