Rückbildungskurs adé

Ich war zum letzten Mal beim Rückbildungskurs. Zehn Termine liegen nun hinter mir. Zur Feier des Tages (und weil mein Mann den ganzen Tag unterwegs war) nahm ich Mausemaus noch ein letztes Mal mit. Die drei vergangenen Termine habe ich allein geturnt, da Papa zuhause auf Mausemaus aufgepasst hat.

4 Monate voller Fortschritte
Im November habe ich erst mit dem Rückbildungskurs angefangen. Mausemaus war da schon 7 Monate alt. Etwas spät, aber besser als nie, habe ich damals gedacht und bin auch froh, wenigstens ein Mal in der Woche wieder Muskelkater gehabt zu haben (und ich sage euch, zwei Tage lang war das Treppensteigen zu unserer Oberwohnung kein Spaß, noch dazu mit Babyschale plus Baby im Arm!). Mausemaus hat sich in den wenigen Monaten wahnsinnig entwickelt:

  • stationärer Aufenthalt auf der mitgebrachten gepolsterten Babydecke vs. Mamas Tuch als grobe Markierung im Kursraum
  • auf dem Rücken liegen vs. durch den Raum krabbeln
  • sich unter Protest auch mal auf den Bauch drehen vs. allein hinsetzen (Najadensitz oder mit ausgestreckten Beinen)
  • 20 Minuten auf Mamas Arm mitturnend vs. beim Steppen an Mamas Bein festhalten und booty-shaken
  • die (natürlich entspannendere) Hälfte des Kurses mit Flasche oder Brust verbringen vs. zum Ende der Stunde evtl. kurz stillen (wenn der Tag schon früh begann und das Frühstück schon länger her war)
  • sich nur in der Nähe von Mama aufhalten vs. die benachbarten Mamas und Babies entdecken und auf Tuchfühlung gehen (bspw. fremde Schnuller probieren und fremde Wasserflaschen annuckeln)

Bauch-Beine-Po für Mütter
Keine Ahnung, was ich vom Kurs erwartet habe. Wahrscheinlich viel mehr Beckenboden”gymnastik” und weniger Bauch-Beine-Po. Wobei ich Bauch-Beine-Po-Übungen sowieso bevorzugt hätte, da mit meinem Beckenboden (nach 7 Monaten) schon wieder alles ok (oder auch langfristig versaut) war.

Eine kleine Statistik zu unserem Kurs:

  • durchschnittliche Kursdauer: 50 Minuten
  • Anzahl mitturnender Mamas: 8 – 12 (davon 1 – 2 Mamas abwechselnd stillend am Boden)
  • Anzahl mitturnende Papas: 0 (wo bleibt da die Gleichberechtigung?!)
  • Anzahl anwesender Babys: 8 – 12 (davon 1 – 2 schlafend im Kinderwagen, im letzten Kurs ist sogar ein Junge einfach auf seiner Decke eingeschlafen)
  • Verhältnis männlicher zu weiblicher Babys: ca. 1:2 (nicht repräsentativ)
  • Anzahl weinender Babys pro Kurstermin: 0 – 2 (wir hatten wohl einen recht geschreiarmen Kurs)
  • Duchschnittliche Anzahl Zuschauer pro Kurstermin (der Kursraum befindet sich leicht einsehbar im Erdgeschoss): 1 – 2, davon weiblich: 0
  • Durchschnittliche Dauer des Muskelkaters: 1 – 3 Tage (am schlimmsten war’s nach dem ersten Termin)
  • Gesamtzeitraum des Rückbildungskurses: 4 Monate, davon Kurstermine: 10, immer Dienstagvormittag von 10-11 Uhr

Sehr interessant waren auch die verschiedenen Mamatypen, die da so mitgeturnt haben. Einige würde man sonst nie sehen, da sie wahrscheinlich kaum der rhythmischen Sportgymnastik (altdeutsch für Aerobic und verwandte Sportarten) frönen würden, andere wiederum kommen offensichtlich nur zum Kurs, weil sich das so gehört und gehen ansonsten schon wieder fleißig ihren prä-partalen sportlichen Aktivitäten nach.
Da wäre zum Beispiel die Yoga-Mama im bequemen aber figurbetonenden Outfit aus weich-fließender Baumwolle im Erdton, die selbst zum entspannten auf-der-Stelle-treten schon die dazugehörigen Armbewegungen machte, weil sie ihr in Fleisch und Blut übergegangen sind. Niemand sonst kann sooo tiefe Kniebeugen und sooo entspannt den Seitenstütz mit abgespreiztem Bein machen. Da schaut man allerdings auch gern zu, so leicht und fließend sehen alle Übungen bei ihr aus.
Oder die Kickbox-Mama im entsprechend sportlichen Zweiteiler, bei der jede Übungen besonders kräftig durchgeführt wurde. Da kann man sich die entsprechenden Kickbox-Übungen gleich mitdenken.
Am liebsten waren mir dann aber die Mamas in T-Shirt und bequemer Haushose, die zwar mit dem Rhythmus so ihre Schwierigkeiten haben, aber dennoch fröhlich alle Übungen mitturnten und meist noch einen lustigen Spruch auf den Lippen hatten. Ich selbst sortiere mich mal irgendwo dazwischen ein.
Mein Dank gilt der Kursleiterin, die mit guter Musik und trockenem Humor durch den Kurs geführt und so Bauch-Beine-Po für Mamas zu einem beliebten Wochenaktivitätspunkt gemacht hat. Sie hatte selbst erst vor ein paar Monaten entbunden und ihren Sprößling immer dabei und so turnten zum Ende des Kurses nicht nur die Hälfte der Mamis mit Baby auf dem Arm (inklusive mir), sondern eben auch die Kursleiterin. Erst am letzten Kurstag erfuhr ich, warum sie mir von Anfang an sympathisch war – ich hatten ihren Dialekt vollkommen ausgeblendet oder überhört, der sie eindeutig als aus meiner Geburtsgegend Deutschlands stammend auswies: “Und denkt mal nich’, dasset mir nich jenauso wehtut, wie euch, dit kann ick euch sagen!”

Mein Fazit: Ich bin froh, den Kurs mitgemacht zu haben. Bei uns blieben Babyvergleiche außen vor und jede(r) freute sich nur, wie groß das Nachbarbaby schon geworden ist, oder wie schön er/sie/es im Takt mitwippt. Für Mausemaus und mich war das der Anfang gemeinsamer Unternehmungen (bis dahin hatte ich längere Autofahrten immer gemieden und war mit Stillen/Flaschegeben in der Öffentlichkeit schnell überfordert) und der Start in einen entspannteren Umgang miteinander. Das nächste Mal fange ich sicher früher mit dem Kurs an!

Und wie waren eure Erfahrungen so?

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2 thoughts on “Rückbildungskurs adé

  1. Oh je, du legst mit dem Artikel quasi einen Finger in die Wunde. Ich hab keinen Kurs gemacht, weil ich es irgendwie verpasst habe mit all dem Umziehen (jaja Entschuldigungen).
    Jetzt mach ich mein eigenes Fitnessprogramm, aber vielleicht sollte ich trotzdem noch einen Kurs machen. Du schreibst ja: Besser spät als nie!

  2. Also ich hätte Deine Statistik ordentlich durcheinander gebracht: bei den schreienden Kindern, stillenden Müttern und schlafenden Kindern hättest du jeweils einen drauf rechnen können, in der zeitlichen Reihenfolge (erst schreien, dann stillen, dann schlafen) 😉
    Meist kam ich erst die letzte viertel Stunde dazu mitzumachen. Muskelkater hatte ich trotzdem.

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