Flohmarkt geflashed

Am Sonntag hatte ich zum ersten Mal seit Mausemaus’ Geburt Ausgang. So richtig. Mehrere Stunden am Stück! Papa und Tochter hatten mal Zeit für sich. Und was macht frau, wenn sie über kinderfreie Zeit verfügt? Zum Beispiel shoppen. So richtig. Stundenlang. Sonntags ein etwas herausforderndes Ziel. Wenn da nicht einer der größten Flohmärkte der Region stattgefunden hätte: der Piccolino-Markt in der Oldenburger Weser-Ems-Halle.

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Der nur auf Kinder und Schwangere ausgerichtete Flohmarkt öffnete um 11 Uhr (leider waren weder ich noch meine Freundin, die ebenfalls “Ausgang” hatte, schwanger, sonst wären wir schon ab 10 Uhr über den Hintereingang rein gekommen). 500 Stände waren wohl angemeldet. Die meisten davon Secondhand, aber einige Nähkünstler hatten ebenfalls ihre Mützchen, Kissen, Kuscheltiere & Co angeboten.

Es war für mich das erste Mal auf einem Flohmarkt dieser Größe. Zugegeben, vor Mausemaus wusste ich nicht einmal, dass es spezielle Kinderflohmärkte überhaupt gibt (Ich bin eigentlich nicht so der Flohmarktbesucher. Entweder ist es in meinen Augen Schund, oder der Verkäufer betitelt den alten Messing-Kerzenständer als “Antiqui- und Rarität” und will noch richtig viel Geld dafür haben.) Ich hätte nicht gedacht, dass wir es wirklich schaffen, ein Mal die komplette Halle zu sichten. Aber wir schafften es bis 14.30 Uhr tatsächlich, die meisten Stände abzuscannen (um 15:00 war sowieso Schluss).

Viele Besucher hatten erstaunlicherweise ihre Kinder dabei, im Tragetuch, Rucksack oder Kinderwagen oder freilaufend. Klar, nicht jeder hat jemanden, der sich um das Kind kümmern könnte, aber meist waren beide Elternteile ebenfalls anwesend. Je weiter der Tag fortschritt, umso überforderter waren die kleinen Mäuse. Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich froh war, Mausemaus zuhause gelassen zu haben. Es war sehr (!) voll und ich hätte mich sicher weder um meine Tochter richtig kümmern, noch gemütlich stöbern können.

Die meisten Verkäufer hatten freundlicherweise Schilder an ihren Tischen befestigt, so dass man bspw. an Tischen, an denen ausschließlich Kleidung für Jungs oder nicht benötigte Größen verkauft wurden, einfach vorbei laufen konnte (Geht es euch auch so, dass die Stände mit den Kleidern und Größen, an denen man selbst interessiert ist, bspw. Mädchenkleidung, immer umlagert sind, während die anderen, bspw. Jungskleidung oder eben umgekehrt, bequem leer wären?) Oder die Tische, wo es nur Unmengen an Spielzeug gab. Hatten die das Alles wirklich mal in ihrem Kinder- oder Wohnzimmer rumliegen? Oder gibt es professionelle Flohmarktverkäufer, die sich auf Kinderspielzeug spezialisiert haben?

Ich war erstaunt, wie sehr sich die Qualität der Stände unterschied. Wofür die eine Verkäuferin noch richtig Geld verlangte (teilweise verwaschen und fleckig), gab die andere lieber umsonst mit (sofern man sich nochmals an den Flecken versuchen wollte). Überhaupt fand ich es dreist, wie schmutzig manche Kleidungsstücke waren. Wenn ich schon bei der Durchsicht der Bodies an jedem Stück Flecken fand (und ich meine richtige Flecken, selbst wenn sie von meinem eigenen Kind stammen, hätte ich den Body aussortiert), ließ ich die anderen Kleidungsstapel gleich links liegen und ging weiter. Kann man ehrlich hoffen, diese Kleidung zu verkaufen?

Manche Verkäufer ließen nicht wirklich mit sich handeln (“Wenn ich das bei ebay einstelle, kriege ich das Geld locker.”), während andere eher daran interessiert waren, mit weniger Kisten nach Hause zu fahren und günstigere Preise akzeptierten.

Es waren überwiegend Frauen, die ihre Sachen feil boten. Daher war es richtig amüsant, plötzlich an einer Tischgruppe zu stehen, die von vier Männern betreut wurde (wahrscheinlich holten sich ihre Frauen gerade eine Waffel). Ich finde es immer interessant, wie sehr sich die Themen in den Gesprächen zwischen Männern und denen zwischen Frauen manchmal unterscheiden (und nein, es ging nicht mal um Fussball)!

Letztendlich habe ich ein paar Hosen, einen Schlafanzug, mehrere Bodies und zwei Pullover ergattert. Und eine Nachtlicht-Schildkröte, die Mond und Sterne an die Decke projeziert. Vielleicht findet Mausemaus da mal Gefallen dran. Und sollte ich mich in der Größe verschätzt haben, dann wandern die Teile eben in die Kiste für den weiteren Nachwuchs. Oder in die eigene Flohmarktbox.

Im April findet der nächste Oldenburger Piccolino statt. Und falls ich wieder Ausgang habe, schaue ich sicher vorbei.

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2 thoughts on “Flohmarkt geflashed

  1. Oh Wahnsinn, Flohmärkte in dieser Größenordnung gibt es hier fast nicht. Zumindest nicht in der Halle. Hier gibt es die typischen Kinderbasare, die im Frühjahr bzw. Herbst stattfinden. Da liegt dann alles nach Größen sortiert auf Tischen und man bezahlt erst an der Kasse. Mittlerweile mag ich diese Basare nicht mehr so gern wie noch bei der Großen. Sie sind total überlaufen, die Klamotten sind nicht immer so toll oder eben überteuert und man muss um die schönen Dinge fast kämpfen. Nein danke.

    “Normale” Flohmärkte auf unserem Volksfestgelände liebe ich dagegen sehr. Auch wenn ich nicht immer etwas mitnehme, es ist einfach interessant zu sehen was die Leute so verkaufen.

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