Vom Kettenrauchen und Komasaufen

In Brüssel wird eine neue Tabakrichtlinie verabschiedet, die noch stärkere Einschränkungen für den Verkauf von Zigaretten verspricht. Mit Schockbildern von faulenden Füßen oder verkrebsten Lungen sollen vor allem Kinder und Jugendliche noch mehr vom Rauchen abgeschreckt werden und verharmlosende Inhaltsstoffe wie Menthol- oder gar Erdbeergeschmack verboten werden. Da ich selbst Nichtraucherin bin, begrüße ich jegliche Anstrengung, das Rauchen einzudämmen. Rauchfreie Cafés und Restaurants waren für mich ein Durchbruch.

Aber was ist eigentlich mit der Droge Alkohol? Erst kürzlich zeigte eine Statistik, das “Komasaufen” unter den Jugendlichen, darunter auch immer mehr Mädchen, nach wie vor hoch im Kurs ist. Warum wird hier nichts unternommen? Vor allem bei uns im Norden gehört zu jeder richtigen Fete Flatrate-Trinken dazu oder die Happy Hour mit Alkohol für 1 Euro das Glas, und ganz selbstverständlich wird mit Wodka und Korn zuhause oder auf dem Weg zur Party vorgeglüht, damit der Abend nicht so teuer wird und trotzdem feuchtfröhlich genossen werden kann. Dabei ist der soziale Abstieg bei Alkoholmissbrauch doch um einiges schwerwiegender, als beispielsweise beim Kettenrauchen. Ist vielleicht das angebliche deutsche Nationalgetränk, das Bier, daran schuld oder die Alkohollobby einfach stärker als die Tabaklobby? Ich für meinen Teil hätte nichts dagegen, wenn Genussmittel bei uns ähnlich hoch besteuert würden, wie bei unseren skandinavischen Nachbarn, trotz dem ich mir damit auch in mein eigenes schokoholisches Fleisch schneide.

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