Namensfindungsschwierigkeiten

Neulich habe ich mal alle Kosenamen unserer Kleinen aufgeschrieben. Die Liste reicht von Baby über Maus bis Zuckerschnute, inkl. deren Verniedlichungen. Mittlerweile kommen zwar auch Kosenformen ihres eigentlichen Namens dazu, aber die meisten haben nichts damit zu tun.

Warum verbringt man also Tage, Wochen, Monate damit zu, in Büchern, auf Internetportalen und in der eigenen Erinnerung nach dem perfekten Namen für’s Kind zu suchen (der vielleicht noch bestimmten Kriterien entsprechen sollte), wenn man dann doch völlig andere Kosenamen verwendet? Ich musste mich anfangs immer wieder daran erinnern, auch ihren Rufnamen zu verwenden, anstatt unsere Tochter immer mit Mausezähnchen oder Süße anzusprechen.

Wie erging es euch? Wusstet ihr sofort, wie euer Kind heißen sollte?

Und dann sollte der perfekte Name ja noch bestimmte Kriterien erfüllen:

Kein Allerweltsname – es gab jede Menge Anjas in meiner Schule. Zu exotisch (Keenan) oder zu fantastisch (Morgana) sollte der Name allerdings auch nicht sein.

Aber Universell – soll heißen, dass man ihn nicht nur bspw an der Nordseeküste normal findet, wie Maite, Femke oder Gerke.

Doppelname – habe ich ebenfalls nicht. Ich finde die Tradition des Erbens bestimmter Namen von Vorfahren oder deren Abwandlungen als Zweitnamen irgendwie nett, so bleiben die Ahnen noch mehr im Gedächtnis. Und vielleicht gefällt ihr der zweite Name eines Tages so gut, dass er sich irgendwann als alternativer Rufname durchsetzt.

Koseformtauglichkeit, bedingt meist durch Mehrsilbigkeit – ich hatte selbst nie einen Spitznamen und hätte so gern einen gehabt (und auf Anni ist glücklicherweise niemand gekommen). Mein Mann konnte diesen Wunsch nie richtig nachvollziehen “Kinder geben sich doch immer irgendwelche Spitznamen, egal wie sie heißen.” Das stimmt, bei Jungs. Thorsten wird Torte, Lukas zu Luxe oder Matthias zu Matze. Die nehmen sich notfalls auch den Nachnamen her und aus Busch wird “der Usch” oder einfach “der Wilke”. Oder das Lieblingsgetränk wird Namenssponsor oder sonstige körperlichen Merkmale dienen als Anhaltspunkt. Aber Mädchen? Die Susanne ist meist Susi, Nicole Niki oder vielleicht noch Cole, und Katharina wird sogar anglifiziert zu Cat. Bei zweisilbigen Vornamen wird es echt schwierig, einen Kosenamen zu kreieren, da bleibt Tina Tina (vielleicht noch Tini oder Tinchen bis längstens zur Pubertät, danach wird’s peinlich) und Sarah bleibt eben Sarah.

Da hab ich mir für unsere Tochter eben mehr Fantasie gewünscht. Oder sehe ich das zu eng? Wohlgemerkt: Jaqueline, “Schantall” und Mandy wurden von vorneherein ausgeschlossen.

Letztendlich haben wir einen schönen Namen gefunden, dreisilbig, unüblich, und im Zweitnamen sogar einen Hinweis auf die nördlichen Gefilde der Geburtsstadt. Ich bin zufrieden. Wird es unsere Mausemaus auch mal sein oder wird sie bei ihrer Tochter (meiner Enkeltochter, oh je…) alles anders machen wollen, einfacher, und sie nennt sie dann Lena oder Marie oder Ina? Vielleicht schließt sich der Kreis dann wieder.

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