{Rückblick} Schwangerschaftswehwehchen – Teil 1

Ich kann mich noch gut daran erinnern… Da war ich nun zum ersten Mal schwanger und war gespannt, welche typischen Wehwehchen ich wohl erleben würde.

Von Übelkeit war ich bis zu dem Zeitpunkt verschont geblieben, aber das konnte ja noch kommen, schließlich gibt es Frauen, die in den ersten drei Monaten hormonellbedingt mit Übelkeit und Erbrechen geschlagen sind und andere, die das ganze dann in den letzten drei Monaten erleben, weil das Baby den Eingeweiden den Platz streitig macht.

Die Sache mit den verrückten Gelüsten habe ich von Anfang an nicht ernst genommen… Auch wenn ich mich in regelmäßigen Abständen nur von Tomaten hätte ernähren können, mochte ich die eigentlich schon immer. Mir hat eher das Gegenteil zu schaffen gemacht, dass man bestimmte Dinge in der Schwangerschaft lieber meiden sollte. Und natürlich, wie sollte es auch anders sein, hatte ich gerade auf genau diese Dinge Appetit, wie Sushi (auch wenn es bei uns in der Nähe nicht mal ein Sushi-Restaurant gegeben hätte), frisches Mett (habe ich zwar sonst auch nur selten gegessen, aber das stand nicht zur Debatte) oder selbstgemachte Mayonnaise (Moment, das gehört doch nicht in diese Aufzählung, da ich kein großer Mayo-Fan bin, egal)… Auf jeden Fall ging es mir dann mit einem Mal wie so oft im Leben: das, was man nicht haben darf, will man plötzlich umso mehr. Verschlimmert wurde dieser Zustand, als bei mir in der 26. Schwangerschaftswoche Diabetes festgestellt wurde. Von nun an waren darüberhinaus Süßigkeiten, Müsli, Joghurts, viele Obstsorten und jegliche Süßspeisen tabu, ebenso weißes Brot oder Brötchen, sprich, ich musste mich noch bewusster ernähren. Allerdings wollte ich auf keinen Fall, dass mein ungeborenes Baby irgendwie beeinträchtigt wurde (die Frauenärztin bestätigte mir immer wieder, dass ich nicht zu viel Fruchtwasser hatte und auch das “Böhnchen” nicht zu groß wurde) oder ich Insulin spritzen müsste. Also fügte ich mich gehorsam in mein Schicksal und überraschte sogar meine Diabetesberaterin, dass ich meine Werte so gut unter Kontrolle bekam.

Dann war da die Sache mit den Wassereinlagerungen. Eine Freundin von mir hat in den letzten Wochen vor der Geburt ihres Sohnes extrem mit Wassereinlagerungen in Beinen und auch anderen Körperstellen zu tun gehabt und sehr darunter gelitten. Würde es bei mir ähnlich sein und vor allem, wann würde es los gehen? Und, was konnte man dagegen unternehmen? Ich verschob diese Frage auf den Zeitpunkt, wenn ich selbst nur noch in Socken ohne Gummi und den bequemsten Schuhen, die ich besaß, würde herumlaufen können.

Die Kurzatmigkeit sollte ja vor allem zum Ende der Schwangerschaft eintreten, wenn Baby und Gebärmutter so ziemlich alles, was sich noch in der Bauchhöhle befindet, an den äussersten Rand gedrängt hätten. Allerdings sorgte meine schlechte Kondition dafür, dass ich schon ab dem sechsten Schwangerschaftsmonat lieber den Fahrstuhl nahm, als mittags zur Kantine im vierten Stockwerk die Treppe zu nehmen. Da man mir zu dem Zeitpunkt die Schwangerschaft allerdings auch schon ansah, war mir die Fahrstuhlfahrt schon am zweiten Tag nicht mehr so peinlich.

Natürlich besorgte ich mir auch ein gutes Bio-Massageöl und ölte und zupfte bei jeder Gelegenheit an meiner Bauchdecke herum, um Schwangerschaftsstreifen zu verhindern oder wenigstens einzudämmen. Ich mied meine Lieblingskörperlotions und -butter, da ich ja nicht wollte, dass irgendwelche Inhaltsstoffe dieser intensiv duftenden Pflegemittel meinem ungeborenen Baby schadeten. Nachdem ich dann monatelang nur nach Mandelöl duftete (also nach gar nichts), war ich richtig froh, als ich ein Massageöl geschenkt bekam, dass dezent nach Malve roch. Mittlerweile habe ich noch ein weiteres wohlduftendes Öl entdeckt (das Babyöl mit Calendula riecht meiner Nase nach wie kandierter Apfel), das ich bei einer nächsten Schwangerschaft eher als Prophylaxeöl einsetzen werde. Öl ist schließlich Öl. Wahrscheinlich könnte man auch Olivenöl zur Massage einsetzen… wenn man einen kräftigen, mediterranen Geruch auf der Haut mag.

Um beim Thema Massage zu bleiben, natürlich würde ich auch fleißig meinen Damm massieren, damit bei der Geburt nachher nichts riss. Praktischerweise gibt es auch dafür ein spezielles Öl (wahrscheinlich hätte es auch hier Olivenöl getan) und die Massageanleitung mit bunten Bildern gleich dazu. Da eine Dammmassage erst in den Wochen vor der Geburt durchgeführt werden sollte, verschob ich diese gymnastische Übung auf später.

Zum Thema Gewichtszunahme werde ich hier nicht viel sagen, denn es wird sich nicht vermeiden lassen, dass das ein oder andere Kilo dazu kommen wird. Die Gebärmutter lagert Flüssigkeit ein, es wird mehr Blut benötigt, Fruchthüllen und literweise Fruchtwasser werden gebildet und aus einem mikroskopischen Zellhaufen wird ein Embryo und daraus ein Fötus – kurz ein neuer Mensch. Wen interessiert da noch der Body-Mass-Index.

Eine kleine Recherche auf den einschlägigen Internetseiten brachten noch jede Menge weiterer Beschwerden hervor, mit denen man während der Schwangerschaft geschlagen sein könnte, wie niedriger Blutdruck, Hämorrhiden, heiße Füsse, Hitzewellen, Juckreiz, Krampfadern, Müdigkeit, Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit, Sodbrennen, Stimmungsschwankungen, Verstopfungen, Wadenkrämpfe, Zahnfleischbluten… Bin ich froh, dass ich mich erst während der Schwangerschaft mit möglichen Wehwehchen auseinander gesetzt habe und nicht bereits davor.

Wie ich meine Schwangerschaft dann wirklich erleben durfte, könnt ihr im zweiten Teil lesen.

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